Crowdfunding für den Roman „A Worm in The Apple – The Pramcase of New York“ – Anette Sørensen Habel

Die Dänin Anette Sørensen Habel ist nicht nur Autorin von A Worm in The Apple – The Pramcase of New York und steht hinter der gleichnamigen Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter, sondern sie ist auch Mutter von Max (15 Jahre), Xara (16 Jahre) und Liv (21 Jahre).

Ohne Liv wäre dieser Roman niemals geschrieben worden. Ob das besser wäre, ist eine Frage, die sich Liv und Anette zwar stellten, aber Tatsache ist, was geschehen ist, ist geschehen. Und weil es geschehen ist, wird der Roman mit dem obigen Titel nun einem englischsprachigen Publikum zugänglich gemacht.

Dieser Vorfall, der Anette in New York widerfuhr, beschäftigt sie seit zwanzig Jahren: „Lange Zeit war ich verwirrt und fast apathisch, dann wieder gab es Phasen mit harter Arbeit, um aus der Situation etwas Gutes zu machen. Jetzt sind wir – ein kleines Team – davon überzeugt, dass diese Geschichte nicht nur Liv und mich angeht, sondern wichtige gesellschaftliche Probleme aufzeigt, über die wir diskutieren müssen.“

Anette, Liv und Sineád

Was ist also passiert? 1997, als Liv 14 Monate alt war, reisten Mutter und Tochter nach New York, um Livs biologischen Vater zu besuchen. Sie besuchten zu dritt ein Restaurant, wo Anette den Kinderwagen mit ihrer schlafenden Tochter am Fenster des Restaurants vor die Hauswand stellte, wie sie es aus Dänemark gewohnt war.

Plötzlich sah sie, dass die Polizei bei dem Kinderwagen stand. Sie lief nach draußen, bekam Handschellen angelegt und wurde verhaftet, mit der Begründung, ihre Tochter vernachlässigt zu haben. Liv wurde ihrer Mutter weggenommen. Der sogenannte „Kinderwagenfall“ wurde von Medien in aller Welt aufgegriffen.

Der Roman A Worm in The Apple – The Pramcase of New York, den Anette auf Dänisch geschrieben hat und den Sinead Quirke Køngerskov übersetzen wird, handelt von diesem „Kinderwagenfall“ – Kindesentzug und Gefängnis. Es ist ein Roman darüber, am Rande des Wahnsinns zu stehen, er handelt von Vertrauen und Angst, Gerechtigkeit und Rache. Aus einer Zeit, in der Nulltoleranz mehr gilt als das Individuum. Und diese Zeit steht im Präsenz, weil sie bis heute anhält.

Anettes Intention: „Mit der englischen Ausgabe möchten wir zu einer Diskussion vor allem über Vertrauen und Angst anregen, was mit unserem kulturellen Erbe zusammenhängt. Einer Diskussion darüber, wie weit wir unsere Kinder so erziehen können, wie wir wollen. Es geht Eltern darum, ihren Kindern zu helfen, selbstsicher zu werden, damit sie sich von uns losreißen können. Kinder werden mit Vertrauen geboren, und wir müssen ihnen helfen, das zu behalten. Durch dieses Buch können wir uns der Frage stellen, wie wir eigentlich miteinander leben wollen.“

Und wenn die Geschehnisse in diesem Licht betrachtet werden, sind Mutter und Tochter sicher, dass das Geschehene positiv war, und dass A Worm in The Apple – The Pramcase of New York für das englischsprachige Publikum eine Erfahrung sein wird.

Der geplante Erscheinungstermin von A Worm in The Apple – The Pramcase of New York ist Juni 2018, weltweit. Die offengelegte Kalkulation auf Kickstarter umfasst Übersetzung, Herausgabe, Grafikdesign, Produktion und Lieferung. – Die Übersetzung ist mittlerweile schon zur Hälfte finanziert.

Ein Bericht über den Vorfall und die Zeit danach hat am 11.11.2017 das Hamburger Abendblatt veröffentlicht.

Ein Beitrag zum Thema „Buchherstellung“, SCHWARZaufweiss Evelyn Kuttig

Ich freue mich, wenn Sie diesen Beitrag weitersagen:

4 Gedanken zu „Crowdfunding für den Roman „A Worm in The Apple – The Pramcase of New York“ – Anette Sørensen Habel

  1. Ihr Lieben,

    wie die Zeit vergeht … Nun möchte ich gerne weiter von meinem Crowdfunding-Projekt berichten. Das Crowdfunding selbst war nicht erfolgreich, aber ich hielt mit Freunden und Bekannten über Newsletter Kontakt und hatte das Glück, genug Geld für die Testübersetzung zu bekommen.
    Ich habe die erste Kopie an einen Verlag in New York geschickt sowie an die amerikanische Autorin Kim Brooks, die kürzlich ein Buch darüber geschrieben hat, wie die amerikanische Gesellschaft dahingehend Einfluss auf Eltern nimmt, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen. Einer ihrer wirklich lesenswerten Essays stand am 27. Juli in der New York Times, hier der Link:
    https://www.nytimes.com/2018/07/27/opinion/sunday/motherhood-in-the-age-of-fear.html

    Und wenn du Interesse an der Probeübersetzung von meinem Roman „The Worm in The Apple – The Pramcase of New York“ auf Englisch hast, schreibe mir bitte kurz per Mail: anettehabel@t-online.de

    Lieben Gruß, Anette

  2. Crowdfunding ist so eine gute Sache um gute Ideen zu finanzieren, so dass sie auch zu verwirklichen sind. Toll!
    Das Thema bes Buches ist leider auch heute noch ein absolut aktuelles. Deshalb hoffe ich auf ganz viele Unterstützer.
    Danke Evy, dass Du uns dieses Thema nahe bringst.

    1. Liebe Margarete, hast Du die schöne Mitteilung mitbekommen, dass eine DWW gleich gespendet hat? Ich freue mich, wenn solche Beiträge auch Wirkung erzielen! Schade nur, dass die meisten Echos mit dem bloßen „Gefällt mir“ auf „stumm“ gestellt sind. Um so mehr freue ich mich über Deinen Kommentar an dieser Stelle 🙂

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