Das Blog „vernachlässigen“ … schrittweise Entwicklung mit Intuition

Einszweidrei, im Sauseschritt
Läuft die Zeit; wir laufen mit.
Wilhelm Busch, 1877

Nachdem ich in den letzten vier Jahren mehrere hundert Webinare und gefühlt tausende Blogs besuchte, viel lernte und immer noch lerne, gewichte ich trotzdem einiges, was unabdingbar sein soll, für mich anders. Manches schiebe ich noch vor mir her.

Die „Vernachlässigung“ entsteht also einerseits aus Entscheidung gegen etwas, weil es nicht zu mir passt, andererseits aus Zeitgründen. Denn gefühlt lebe ich schon drei Leben parallel: das Blog, Social Media und Auftragsarbeiten. Freizeit? Weniger, soll mehr werden.

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Blogmarketing, Contentmanagment, Social Media, Conversion, Keywords, SEO

Kennt Ihr das?

  • Es wird nahegelegt, mindestens zwei Blogbeiträge pro Woche zu veröffentlichen. Anfangs stellte ich einen Redaktionsplan mit Themen auf, doch der hat sich mittlerweile durch laufendes Geschehen überholt.
  • Nach gut anderthalb Jahren mache ich immer noch kein E-Mail-Marketing. Das ist eine Sünde gegen die Positionierung, ein Muss, wie es allerorten heißt. (Ich reduziere gerade mein immenses E-Mail-Aufkommen, weil ich viel Wiederholungen feststelle.)
  • Ich sträube mich vor der Nutzung von Google Analytics und folge meiner Intution bei den Keywords.
  • Präsenz im Social Web ist relevant. Oh ja, ich tummele mich hauptsächlich bei XING und Facebook im Austausch um tagesaktuelle oder meine Arbeit betreffende Themen und von privaten und geschäftsbezogenen Nachrichten. (Vor der Website war ich bei XING viel in Gruppen unterwegs.) Zum Posten der Blogbeiträge nutze ich auch noch Google+ und Twitter, bin beim Anfreunden mit Linkedin. Meine Art, eine Community aus Kontakten aufzubauen.
  • Ich fand bisher keine Zeit – trotz Einladungen – für die Teilnahme an einer Blogparade.
  • Auch bei Einladungen zu Gastbeiträgen mache ich mich derzeit rar, vertage auf später.
  • Das Kommentieren auf anderen Blogs, unabdingbar für die Steigerung des Bekanntheitsgrades, überkommt mich nur bei Inhalten, die mich ansprechen, zu denen ich etwas beizutragen habe oder weil ich mehr wissen will. Auf meinem Blog wird kaum kommentiert, was ich zwar bedaure, doch noch immer nicht tragisch finde, denn es wird gelesen.

Meine Präsenz ist „reputierlich“, soll mich zeigen mit dem, was ich tu. Denn ich biete keine Produkte zum Kaufen an, doch Dienstleistungen wie grafische Gestaltung, Redaktion, Projektmanagement und Schreiben. (Sogar viel mehr, wenn ich meine sämtlichen vielseitig tätigen Kooperationen in Betracht ziehe.) Folglich begann ich mit einer …

Puzzle-Strategie

Sie hat sich ergeben. Meinen Fokus richte ich seit anderthalb Jahren auf das Abhandeln eines meiner Lieblingsthemen „Buch“ mit GastautorInnen.

Ich lade mir persönlich bekannte Menschen und lange währende Social Media-Kontakte, die in diesem Bereich arbeiten, zum Schreiben eines Gastartikels ein. Das Besondere ergibt sich aus dem Teilen persönlicher Erfahrungen mit Projekten und Randerscheinungen, wie Begegnungen und Erlebnissen.

Die Übersetzerin Gabriele Haefs schreibt zu meiner großen Freude regelmäßig, andere sporadisch, wie der Bibliothekar Rainer Pörzgen, die Verlegerin Karin Braun und die Journalistin Dörte von Westernhagen. Alle Beiträge leben von den Sichtweisen, aus denen die je eigene Arbeit mit einer Veröffentlichung betrachtet wird.

Anfangs waren meine Einladungen recht umständlich formuliert. Ich bekam auch mal als Antwort, dass ich eigentlich ein Honorar zahlen müsste. Inzwischen weiß ich, was ich bloß vermutete. Diese Beiträge haben für beide Seiten einen Mehrwert. Es fügt sich aus der Vielseitigkeit, so wie ich es mir wünschte, ein Bild zusammen. Möglicherweise zu einem E-Book. In den Einladungen kann ich das nun vermitteln. Bisher kam eine Autorin mit dem Wunsch auf mich zu, einen Beitrag auf meinem Blog zu veröffentlichen. Er passte hierher. Hingegen hat die Blogparade, zu der ich eingeladen wurde, einen anderen Schwerpunkt.

Das Bloggen macht mir meiner Intuition folgend vor allem Spaß … und erfordert mit vielen Aufgaben am Ball zu bleiben: Kommunikation, Redaktion, Bildbearbeitung, Verschlagwortung, Updates, Sicherung, Aktualisierungen meiner Petitionsseiten …

Guido Augustin schrieb just zur Digitalisierung von Unternehmen unter der provokanten Überschrift „Social Media ist tot.“: „Der Mensch neigt dazu, zu überschätzen, was er kurzfristig erreichen kann und zu unterschätzen, was er langfristig erreichen kann. So ist das mit dem Wandel häufig auch.“

Ich bin sehr neugierig auf Eure Lösungen und Erfahrungen für und mit der Internetpräsenz – ohne E-Mail-Marketing, ohne Google Analytics und ohne Produktangebote.

Foto: William White, unsplash.com

Ich freue mich, wenn Sie diesen Beitrag weitersagen:

9 Gedanken zu „Das Blog „vernachlässigen“ … schrittweise Entwicklung mit Intuition

  1. Hallo Evelyn,

    schön deine Zeilen zu lesen! Offensichtlich klappt es bei dir auch mit der von dir betriebenen Strategie der „Gelassenheit“, so möchte ich es mal nennen 🙂

    Besonders gefallen hat mir an deiner Webseite die Aussagen zu deiner Person, dass du etwas über dich und deinen Werdegang schreibst. Das ist mir persönlich viel wichtiger als die letzten „Umsatzzahlen“…

    Ich selbst habe zusammen mit einer Kollegin ein Buch geschrieben, das in Kürze erscheint.

    https://www.amazon.de/Jetzt-werde-ich-Coach-Praxiswissen/dp/3407366108/

    Noch ohne dich… 😉 Im Ernst: Vielleicht magst du kurz schreiben, wie genau du Autoren unterstützt.

    Schöne Grüße! Peter

    1. Guten Tag Peter,

      ich freue mich, dass Du über die von mir sehr geschätzte Anette Weiss hergefunden hast. Herzlichen Dank für Deine Anerkennung 😉

      Zu meinem Beratungsrepertoire gehört auch ein gewisses Maß an Coaching, insbesondere bei Menschen in Existenzgründungsphasen. Jahrelang war ich ehrenamtlich im Verbund mit anderen unterwegs, um Frauen bei sogenannten Kleinstgründungen zu unterstützen. Wir planten nach Beispielen aus Berlin und Hannover die Gründung eines Frauengewerbezentrums in Lüneburg, wurden dann allerdings Ende der 90-er Jahre von städtischen Einrichtungen quasi „überholt“. In das Gründungsnetzwerk Lüneburg war ich dann einige Jahre kostenlos eingebunden. Ich hörte auf, als eine freiberufliche Grafikerin wie ich für ihre Beratungsdienste einen nicht zu knappen Jahresbeitrag in derselben Höhe wie eine Anwaltskanzlei zahlen sollte.

      Nun zu Deiner Frage, wie ich AutorInnen unterstütze. Insofern ich persönliche Geschichten anrege und einsammele, die sich mit der Entstehung oder Bearbeitung eines Buchs befassen. Wie Du vielleicht gesehen hast, handelt es sich keinesfalls nur um AutorInnen, sondern eben um das ganze Spektrum der Menschen, die mit einer Buchherstellung befasst sind.

      Erschienen sind bisher Beiträge zum Schreiben, Übersetzen, Gestalten, Verlegen und Verkaufen. Den Anstoß dazu gab mir meine Lieblingsbeschäftigung, die Buchgestaltung, die durchaus kein Schwerpunkt meines Arbeitsalltags ist, doch mir am meisten Freude macht (s. Vorwort). Als Nebeneffekt ergibt sich daraus Werbung/Unterstützung für die schreibenden Personen und ihre Tätigkeiten, sofern sie freiberuflich oder selbstständig arbeiten, was nicht alle von mir Angesprochenen tun, sowie für kleine Verlage. Dieses Sichtbarmachen bereitet mir trotz des nicht unbeträchtlichen Arbeitsaufwands viel Freude.

      In Deiner Frage klingt allerdings etwas anderes an, eine Zielgruppe. Die habe ich nicht. Vielleicht wäre dazu ein eigenes Blog sinnvoll. Möglicherweise mit mir … 🙂

      Herzliche Grüße
      Evelyn

  2. Hallo Evelyn,
    Dein Beitrag ist sehr informativ. Enspricht in vielem meinem eigenen Umgang mit dem Blog und ist doch anders. Ich habe immer viel Informatives aus Deinen Beiträgen für mich mitgenommen. Von einigem wußte ich bis dato nichts, anderes wurde klarer.

    Ich „füttere“ meinen Blog gezielt mit einer monatlichen Themenreihe und Infos zu meiner Arbeit. Spontan finden Themen den Weg dorthin, die mich ansprechen und/oder super zu meinen eigenen Themen passen. Als Rückmeldung erhalte ich genau diese Aussage: Du bist anders als die anderen Anbieter.

    Ich punkte gerne mit „Herzblut“ als mit knallharter Professionalität. Denn professionelle Blogs gibt es schon viele 🙂

    Deine Margarete

    1. Liebe Margarete,

      ja, Deinen Blog besuche ich auch sehr gerne, eben weil Dein Geschriebenes aus dem Herzen kommt. Wie Du vielleicht noch erinnerst, fand ich bei Dir den zu einer Situation passenden Literaturhinweis auf „Kostbares Dasein“ 🙂

      Diese Art von Begegnungen mit Menschen im Netz mag ich sehr. Es ist, als ob Gespräche geführt werden, wobei manches, wie Du schreibst, klarer wird. Wir mit unseren Themen, Du sogar mit einer Reihe, haben doch so etwas wie eine Abart von Blogparade entwickelt, halt eine lokale, nicht wahr?

      Deshalb habe ich beim Schreiben keineswegs das Empfinden, ein Selbstgespräch zu führen. Sicher wird nicht jeden interessieren, was hier steht. So ist das halt im Leben. Wunderbar ist, dass sich mit dem Bloggen Begegnungen, Entdeckungen, Wahrnehmungen, Erfahrungen, Reflektionen und Austausch realisieren und vertiefen lassen können. Und es ist schön zu wissen, dass andere durchaus lesen, was hier steht, selbst wenn sie nichts weiter dazu „sagen“. Brauche mir ja nur an die eigene Nase zu fassen, denn Zeit ist ein Riese, läuft mit Riesenschritten davon.

      Liebe Grüße
      Deine Evy

  3. Hallo Evy,
    in vielem, was Du schreibst, finde ich mich wieder: kein Google Analytics, sporadische Blogbeiträge, noch keine Blogparadenteilnahme und die Anzahl meiner Kommentare lassen sich wohl an einer Hand abzählen. Mit dem E-Mail-Marketing habe ich jedoch vor einigen Monaten begonnen und die Reaktionen auf meine Newsletter lassen mich hoffen. Interessanterweise liegt aber ein ungeahnter Gewinn für mich darin, dass ich die „Performance“ des Newsletters bei dem Software-Betreiber ablesen kann und Feedback bekomme, wie gut mein Betreff und meine Inhalte waren, wer die Mail geöffnet hat usw. Das motiviert mich ungemein. Mit meinen beiden Co-Autoren des Buches „Ich mach mir mein Geld, wie es mir gefällt“ versuche ich nun einen ganz neuen Weg: Wir machen aus unseren regelmäßigen Dienstags-Treffen ein online-TV auf geldgefaellt.de, also wo andere unsere Diskussionen live verfolgen und sich per Chat auch einbringen können. Da wir das erst zwei Mal ausprobiert haben und nach dem 2. Mal die Aufzeichnungen futsch waren, kann ich noch nicht allzu viel berichten. Jetzt wollen wir zu Youtube. Denn es hat schon Spaß gemacht. Einem Punkt sehe ich aber etwas anders: „Ohne Produktangebote“ wie Du schreibst ist das alles nicht – auch Dein Blog nicht, denn Dienstleistungen sind auch eine Form von Produkten. Mit einem meiner sehr wenigen Gastbeiträge, die ich geschrieben habe, habe ich enorm gute Erfahrungen gemacht. Der ging über Fantasiereisen für Kinder zum Einschlafen auf einem alternativen, grünen Familienblog. Seitdem sind die Verkaufszahlen für die CDs dazu stark gestiegen.

    1. Liebe Katharina,
      mit dem E-Mail-Marketing werde ich vermutlich in die Puschen kommen, wenn ich meine zähe erste E-Book-Produktion über die Bühne gebracht habe. Die amerikanische Autorin überarbeitet immer noch was das Zeug hält, egal ob Text oder Bildmaterial. Mit der Fertigstellung habe ich ein Produkt wie Du mit der CD über Fantasiereisen für Kinder, das ich anregend präsentieren wollen werde – sage ich mir jedenfalls.
      Hast Du den Eindruck, dass Dich durch Deine Gastbeiträge mehr Anfragen zu Deiner Dienstleistung Schreiben erreichen?
      Videos, Podcasts und Webinar-Angebote sind der Trend. Ich weiß aus Webinaren, dass Videos bei YouTube mit treffenden Keywords hochgeladen viele BesucherInnen bringen soll. SwissMadeMarketing, von denen ich den Newsletter abonniert habe, macht gerade für ein innovatives Produkt Werbung, ein Keyword-Tool, das Google Analytics in den Schatten stellen soll.
      Ich finde deshalb super, dass Ihr so etwas Lebendiges wie die Übertragung Eurer Diskussionen über Eure Projekte vorhabt. Das schafft nach meiner Einschätzung bestimmt Vertrauen – und Nachfragen.
      Liebe Grüße
      Evy
      Ach ja, als Statistiktool mit weniger Aussagekraft als Dein Software-Anbieter für Deine Newsletter habe ich die kostenlose Version des Plugins SlimStat installiert. Die Tages- und Monatsstatistiken geben mir schon einen Eindruck darüber, ob ein Thema mehr oder weniger relevant ist.

      1. Liebe Evy,
        wie ich schon schrieb, habe ich bisher nur sehr, sehr wenige Gastbeiträge geschrieben und kann daher eigentlich nicht über Erfahrungen dazu berichten. Die Gastbeiträge, die ich geschrieben habe, waren im Grunde fachfremd und haben also auch nichts gebracht. Für mehr Anfragen, habe ich gerade gestern wieder bemerken können, ist es einfach wichtig, gut auffindbar zu sein. Also regelmäßig das Blog füttern und gute SEO-Arbeit dabei machen. Die Newsletter sehe ich eher als langfristige Investition, um im Gedächtnis meiner Kunden und Interessenten zu bleiben. Denn ich bin nicht so gut im Small-Talk, sprich: Es fällt mir schwer, einfach so mal anzurufen und guten Tag zu sagen – ohne ein echtes Anliegen zu haben. Mit den Statistik-Tools tue ich mich schwer, nutze eigentlich nur gelegentlich die meines Providers all-inkl.com. Hm, ob das reicht – keine Ahnung.

        1. Liebe Katharina,
          Small-Talk ist auch nicht mein Ding. Ich bevorzuge die schriftliche Kontaktaufnahme, eine Gesprächsvereinbarung. Heutzutage verstößt der Small-Talk bei der vielen konzentrierten Arbeit im Netz und auch sonst noch schon beinahe gegen die Etikette, wird als Störung empfunden, wie ich erst kürzlich las 😉
          Wir werden gefunden und wecken Interesse, immer mehr, da bin ich mir völlig sicher!

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