Wie ich meinen Büroumzug ins Homeoffice organisiere – Zwischenbilanz

Bis Ende Juli bestanden wegen der Kündigung des gemeinsamen Mietvertrages vom Büro mit einem Journalisten, der in sein Homeoffice ziehen will, für mich drei Entscheidungsmöglichkeiten:

  • einen neuen Mitmieter zu suchen
  • in eine andere Bürogemeinschaft zu ziehen (ich war eingeladen)
  • ebenso wie Detlev ein Homeoffice zu eröffnen.

Schließlich beschloss ich, ins Homeoffice zu ziehen und begann Anfang August – neben meinen Auftragsarbeiten und meiner Präsenz im Social Web – mit der Umsetzung dieser Umzugsstrategie bis hin zur renovierten Übergabe der Büroräume am 30. Oktober.

SO WIE ES BIS JETZT AUSSIEHT, GEHT MEIN PLAN AUF!

Die Monstera wird die Rotunde der Uni-Bibliothek Harburg zieren
Die Monstera wird die Rotunde der Uni-Bibliothek Harburg zieren
  • Telefonie regeln –> Kündigung und Rufumleitung
  • Computeranschluss checken lassen
  • einige Versicherungen kündigen –> Bestand überprüfen lassen
  • Steuerberatungsfragen klären
  • Keller entrümpeln, Sperrmüll zusammenstellen und entsorgen
  • Stellplatz in der Wohnung für das Homeoffice auswählen und einen maßstabsgerechten Einrichtungsplan auf mm-Papier mit „Möblierungsschnipseln“ zum Herumschieben herstellen (sinnlich und beschaulich, ohne technisches Spielzeug)
  • Platz schaffen > Verkäufe und Weitergabe von Einrichtungsgegenständen und Pflanzen
  • Akten, Arbeitsmaterial, Speichermedien vernichten > ein Gang durch mein Arbeitsleben
  • Computerschrott entsorgen
  • Auszugsrenovierung und Übergabe

Telefonie

Zur Kündigung des Büroanschlusses und der Umleitung der Rufnummer aus dem Büro als weitere Nummer neben meinem Privatanschluss könnte ich einen Roman schreiben. Kein Wunder, dass ich mich, wie im August beschrieben, im Kopf so unsortiert und zugekleistert fühlte.
Zunächst befand ich mich in einem zwei Wochen währenden täglichen Kreislauf: übers Internet, per Mail, per Fax und telefonisch. Immer war jemand anderes mit meinen Wünschen befasst und fing die Chose lediglich mit Anweisungen ergebnislos von vorne an. Als ich mich bei einem erneuten Anruf einer Mitarbeiterin à la „Gehen Sie zurück auf Los“ mit einer zuletzt gesprochenen Person verbinden lassen wollte, meinte diese: „Wir sind über 11.000 Mitarbeiter. Ich kann sie nicht einfach durchstellen.“
Dann fiel mir zum Glück ein, beim Anbieter über Facebook meine Ratlosigkeit zu bekunden. Ich erhielt zwar wieder den Hinweis auf die Website, doch einen Link, den ich benutzen sollte. Endlich wurde ich mit einem über wiederum zwei Wochen andauernden netten weiblichen Kontakt belohnt, mit der ich sogar Sprechzeiten nach ihrem Dienstplan vereinbarte. Überdies arbeitet sie Tür an Tür mit der zuständigen Technik. Und das bei mehr als 11.000 Mitarbeitern!
Nach einem Abend des Austauschs zwischen einem in der Telekommunikation bewanderten und mit mir befreundeten Techniker und dem Techniker des Anbieters, bei dem noch ein Fehler behoben wurde, stand endlich die Rufumleitung. Am 1.11. brauche ich nur noch umzuschalten.
Bei einem nächsten Mal würde ich gerne das Angebot einer Dienstleistung, die einem die nervenraubende „Zusammenarbeit“ mit Telefonanbietern abnimmt, wahrnehmen. Marktlücke!?
Fazit: Es war nur gut, dass ich meinen Umzug mit dieser Regelung startete!

Versicherungen

Bestand an Versicherungen bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften: Büroinhalt, Haftpflicht, Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft, Rechtsschutz, Hausrat … Büroinhaltsversicherung und Unfallversicherung kündigte ich sofort.
Beim Kontakt mit den jeweiligen Beratern erfuhr ich von einem, den ich wegen seiner Kompetenz, seiner Freundlichkeit und seines Humors sehr schätze, dass er sich in Kürze als Makler unter dem Dach von TELIS FINANZ AG selbstständig machen wolle. Diese Mitteilung weckte meine Neugier, und ich fragte ihn über das Unternehmen aus.
Was ich erfuhr, war so überzeugend, dass ich mich quasi als seine erste zukünftige Kundin zu einem Beratungsvertrag mit der TELIS FINANZ AG entschloss, wo ich umfänglich und entlastend betreut werde. Darüber hinaus überzeugte mich, dass die Aktien, um die Unabhängigkeit dieses privaten Unternehmens von Banken und Versicherungsgesellschaften zu gewährleisten, nur Mitarbeitern gehören.
Fazit: Neue Wege führen zu neuen Erkenntnissen!

Platz schaffen

Ich überlegte: Platz ist an zwei Orten zu schaffen, zu Hause für die vorhandene Büroeinrichtung, aus dem Büro muss alles verschwinden. Überflüssig wurden eine Biedermeiercouch, ein Sideboard, ein Stokke-Kniestuhl, ein Topdec-Bürosessel, von einem Möbeltischler gefertigte Bürotische, Regale u.a. und seit Jahren mit grünem Daumen gehegte Pflanzen, die liebevolle neue BesitzerInnen finden sollten.
Ich legte los mit fotografieren, ausmessen und beschreiben, gab mein Vorhaben in einer Rundmail bekannt, verbreitete ein PDF mit Fotos und Beschreibungen der Sachen, die ich loswerden wollte, per direkter Mail und bei Facebook. Das brachte mir, oh Freude, Angebote von Kartons, Umzugshilfe und auch vorübergender Unterstellung von Sachen ein. Beim Loswerden von Pflanzen und Möblierung tat sich erst einmal nahezu gar nichts. Ich fragte nach, machte schmackhaft, und auch mancher Gedankenblitz führte zum Erfolg. So z.B. heute, als ich den Konferenztisch gezielt demjenigen anbot, mit dem ich in unserer, meiner ersten Bürogemeinschaft vor über 20 Jahren dran gesessen hatte. Er antwortete prompt: „Gekauft!“
Fazit: Dranbleiben, dann fügt sich alles.

Regale1Regale2Akten, Arbeitsmaterial und Speichermedien

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich mit meiner beruflichen Vergangenheit und miste täglich Ordner aus. Das ist bei den vielen Namen, die mir begegnen – im Zusammenhang mit Ehrenämtern, Redaktionsarbeit, Angeboten und Projekten –, auch mit guten oder schlechten Erinnerungen, manchmal mit wiederbelebter Trauer um den Verlust einer Person (Andrea Busch, Anke Schäfer, Hermann Schweppenhäuser u.a.), also einem Auf und Ab der Gefühle verbunden. Damit findet Loslassen Vollendung! Na ja, 10 Jahre Aufbewahrungspflicht verhindern tabula rasa.
Für Arbeitsmaterial, wie z.B. die Musterbücher von Papierherstellern, machte ich mir Gedanken, welche Einrichtungen Bedarf haben könnten. Wegen meiner in dieser Hinsicht erhöhten Aufmerksamkeit fand ich an der Leuphana Universität Lüneburg Nachhaltigkeit verwirklicht bei enactus mit dem für meinen Bedarf trefflichen Projekt 2nd Page und damit AbnehmerInnen, die das Papier weiterverarbeiten, denen ich eine Freude bereiten konnte – und mir dadurch auch.
Und vorgestern Abend halfen mir zwei Freundinnen und ein Freund von der Leuphana Universität Lüneburg und von der Universität Harburg Speichermedien zu vernichten, Disketten auseinanderzunehmen, CD’s zu zerkratzen und Bandmaterial zu schreddern. Wir ließen es uns dabei mit einem Buffet gut gehen. Nebeneffekte: Zwei KollegInnen lernten sich kennen, und die Monstera fand ein neues zu Hause.
Fazit: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.

Zwischenbilanz

Und sonst? Nur noch wenig steht im Büro, zum Verkauf 1 moderner Sekretär, 1 sehr schönes schmales und hohes Regal (s. Foto oben links) – beides von einem sehr guten Lüneburger Möbeltischler aus MDF-Platten gebaut – und manches zum Verschenken – INTERESSE? … Biedermeiercouch, Stokke-Kniestuhl und 70-er-Jahre-Schrank von zu Hause gehen zum Verkauf bei einem Lüneburger Internet-Handel (Referenz von zwei Freundinnen) … und einige Pflanzen hier wie da sollen neue „grüne Daumen“ finden. Wegen der Renovierung höre ich mich in der kommenden Woche um. Kartons sind abzuholen, Transporte zum Händler und von Computerschrott zur Deponie werden verabredet. Nur noch wenige Akten sind zu sichten … Alles fügt sich 🙂

Fotos: Evelyn Kuttig

Ich freue mich, wenn Sie diesen Beitrag weitersagen:
Ich arbeite als Grafikdesignerin, Projektmanagerin, Redakteurin und Texterin. – Das Blog enthält Berichte aus meinem Arbeitsalltag und vielfältige Gastbeiträge aus Arbeitsfeldern, die zur Entstehung von Büchern beitragen. – Weil ich hochsensibel bin, nehme ich aus Gesprächen, Social Media, Fortbildungen, beim Lesen und Wahrnehmen von Umwelt und Mitmenschen viele nützliche Assoziationen mit, die der Zusammenarbeit mit Ihnen zugutekommen. – Aufgrund meiner vielseitigen Kenntnisse und persönlichen Erfahrungen leiste ich Interpretationshilfe, biete Rat an und stelle Verbindungen her.

5 Gedanken zu „Wie ich meinen Büroumzug ins Homeoffice organisiere – Zwischenbilanz

  1. Hach, war das damals noch eine Zeit, als ich bei Arcor anrief, diese bat, mich von der Telekom zu befreien – und die alles weitere machten. Das ging, wie heute beim Energieanbieterwechsel. Ich gab ihnen die Berechtigung, meinen Vertrag zu kündigen. Sie sagten, dann und dann kommen Ihre Geräte (Router ect.). Als sie kamen, halfen sie mir übers Telefon (da war ich noch bei der Telekom Kunde), den Router anzuschließen, aber noch nicht in die Dose zu stecken. Anschließend sagten sie mir, an dem und dem Tag haben sie von dann und dann keinen Anschluss (nur eine Stunde oder so, in der Zeit wurde wohl umgeschaltet). Und nach Ablauf dieser Zeit „war ich drin“. Das war so easy, selbst für mich als DAU. Und nein, ich finde es überhaupt nicht gut, dass man heute keinen Routerzwang mehr hat. Die kennen ihre Geräte und wissen was tun, wenn was schief läuft. Aber wenigstens kann man die Dinger noch vom Anbieter bekommen. Wer weiß, wie lange. Heute gehört Arcor leider zu Vodafone……

    1. Ja, liebe Hertha, es ist kaum zu glauben, doch seit der Kündigung im August bin ich immer noch mit der Telefonie befasst. Auch ich wechselte mal vor Jahren von der Telekom zu Arcor. Jetzt las ich, dass Vodafone derzeit Kunden über Kunden verliert. Kein Wunder! Doch weiß ich nicht welcher Anbieter einen besseren Service bietet. Die Telekom hat mich schon mehrfach enttäuscht und Hirnrissiges vollbracht …
      Noch vor der Kündigung des Geschäftsanschlusses bei Arcor und der Weiterleitung aller Telefonnummern auf den Privatanschluss wegen meines Umzugs ins Homeoffice hatte ich eine Begegnung mit und Beratung von Telekom-Werbern, wonach ich beinahe einen Vertrag abgeschlossen hätte. Doch musste ich feststellen, dass vieles von den suggerierten Möglichkeiten, ihren Versprechungen nicht stimmte, wie mir das Kontrollmanagement der Telekom zum Glück nach einer Abfrage bestätigte. Es ist nach meiner Auffassung so, dass die Telefonie ein undurchschaubares Terrain geworden ist.

  2. Liebe Renate,
    vielen Dank für Deine guten Wünsche 😉
    Im November/Dezember werde ich mich allerdings nach diesem mehrmonatigen pausenlosen Tun vor allem der neuen Orga, Aufgeschobenem und der Erholung widmen. Deshalb will ich erst im neuen Jahr wieder an den Netzwerktreffen von kul, connextions, Big 5 for Live u.a. teilnehmen.

  3. Liebe Evelyn, ich wünsche Dir weiterhin viel Lust auf ausmisten und Freude über die Ergebnisse, Stell Dir vor, die Aufgabe ist erledigt. Wie fühlst Du Dich? Das mit dem Telefon, da können viele Geschichten schreiben… Vielleicht sehen wir uns am 10.11.?

  4. Ich bitte insbesondere Abraham Allotey (Biografie) und auch Marlies Blauth (Gedichte) und P. Katharina Thölken (Geschäftsideen) um Nachsicht, dass ihre mir zum Lesen übersandten Werke in dieser turbulenten Zeit noch nicht von mir besprochen wurden. Versprochen ist versprochen, schließlich habe ich Interesse daran bekundet! Auch das E-Book steht – mit Verständnis der Auftraggeber – in der Warteschleife.

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