Wie ich meinen Büroumzug ins Homeoffice organisierte – Schlussbilanz

Seit gestern bin ich endgültig in meinem Homeoffice angekommen. Wegen meines sorgfältig angelegten Einrichtungsplans stellten meine helfenden Freunde alle Möbel ratzfatz mm-genau an den richtigen Fleck: Arbeitsplatz ins Wohnzimmer, in dem der Esstisch gleichermaßen Konferenztisch für 6–8 Personen ist, und Aktenregale ins kleine Zimmer nebenan, in dem sonst nur noch Bücherregale und zwei Lesesessel stehen. Inzwischen sind rund 30 kleine und große Umzugskartons ausgepackt und verstaut. – Das ehemalige Büro haben wir, mein Mitmieter Detlev Brockes und ich, nach neun gemeinsamen Jahren picobello übergeben. – Auch beim Saubermachen von Türen und Kacheln unterstützten mich zwei tatkräftige Freundinnen. Die Räume sahen deutlich besser aus als bei meinem Einzug.

„Haupteingang“ zum Arbeitsplatz
Der „Haupteingang“ zum Arbeitsplatz
„Nebeneingang“ zum Arbeitsplatz
Der „Nebeneingang“ zum Arbeitsplatz

Was die Einrichtung meines Arbeitsplatzes vollkommen abrunden wird, ist die Aufhängung des farbenfrohen Bildes mit Fischen von Etelka Kovacs-KollerAtelier mad for art –, dessen Rahmen gerade von einem Freund angefertigt wird. Noch ist es zum großen Teil vom Monitor bedeckt, steht provisorisch dahinter. Ich bin mir sicher, dass es mir beim Sinnieren – ebenso wie Etelkas Blogbeiträge – viele Inspirationen geben wird.

Ich beschäftigte in Übereinstimmung mit Detlev in der letzten Oktoberwoche einen Minijobber für die Malerarbeiten. Dieser Mann, arbeitsloser Maler, geht bald in Rente. Als Arbeitgeberin zahle ich einen prozentualen Pauschalbeitrag vom Arbeitsentgelt in die Rentenversicherung. Okay, doch mit dieser Vereinbarung entbrannte ein umfänglicher, beinahe 14 Tage währender bürokratischer Prozess. – Kennt Ihr die Ratlosigkeit am Fahrkartenautomaten der DB? Diese mit Faktor 10 multipliziert entspricht dem Meldeverfahren für die Minijob-Zentrale. Ich kann nur sagen, dass ich allen, denen ich davon erzählte und die meinten, „Warum hast Du/haben Sie das bloß gemacht?“, im Nachhinein Recht gebe. (Warum nur wussten die eigentlich alle bescheid?) Selbst die hilfsbereiten Mitarbeiterinnen von der Minijob-Zentrale und von meiner Berufsgenossenschaft ließen durchblicken, dass das Procedere sehr viele neue Antragsteller überfordert. Etwa jede/n? – Zunächst ist eine Betriebsnummer von der Bundesagentur für Arbeit vonnöten; dann die Anmeldung für die Meldung; das richtige Formular auszuwählen, ist schon ein Akt; die endlosen Kennzahlen sind Nüsse zum Knacken; es ist nicht die AOK des Beschäftigten, sondern eine Knappschaft der Minijob-Zentrale Krankenversicherer; die Berufsgenossenschaft muss eigens auf Antrag eine neue Mitgliedsnummer erteilen … Fehler 102, Fehler 102 … Gestern hatte ich endlich den Durchbruch! Nun noch einen Entgeltnachweis an die Berufsgenossenschaft … Das ist bestimmt noch nicht alles …

Hinzu kam, dass ich wochenlang beinahe täglich auf den E-Mail-Server musste, weil eine SPAM-Welle über mich rollte, die ich nur mit ständig neuen Filter-Optionen eindämmen konnte. – Mit den Mitteilungen zur Adressenänderung habe ich weiterhin zu tun, denn das Arbeiten in der Internetwelt macht das Aufsuchen sehr vieler Websites erforderlich.

Ansonsten war die übliche Begleiterscheinung eines Umzugs auf kleineren Raum zu bewältigen. Ich durfte alles Überflüssige weggeben oder verkaufen (bildhaft: Eindampfen von 100 qm auf 60 qm). Bis auf ein für meine Wohnung zu hohes, sehr schönes Bücher- oder Aktenregal (abgebildet in der Zwischenbilanz), das nun netterweise bis zu seinem gelingenden Verkauf vorübergehend bei den Nachbarn des alten Büros steht, ist mir das gelungen. Na ja, der von mir beauftragte Lüneburger ebay-Händler ist auch noch damit beschäftigt, mein antikes Sofa und diverse Vintage- oder Retro-Dinge unter die Leute zu bringen.

Was wäre das Leben ohne Überraschungen … Vor wenigen Tagen fühlte ich mich überanstrengt und dachte: „Faden gerissen“. An jenem Tag bekam ich von Maria Al-Mana – Unruhewerk – eine sehr liebevolle Einladung zur Teilnahme an einer Blogparade („Liebste Award“-Nomierungen), die ich augenblicklich leider nicht wuppen kann. Ich schrieb ihr jedenfalls vom „Fadenriss“. Als sie mir antwortete, „das klingt irgendwie bedrohlich… Fadenriss?! Ich werd jetzt nicht googeln, sondern lass es mir beizeiten von dir erklären …“, musste ich schallend lachen. Das war ein echter Stimmungsaufheller. Danke!

Die gewünschte Erklärung zum Fadenriss: Im übertragenen Sinne hatte ich aufgrund der mannigfaltig gleichzeitigen und sich nicht etwa vermindernden, sondern vermehrenden Anforderungen erst einmal Brei im Kopf. Zuviel hatte sich überdies nebenbei angehäuft und wollte abgearbeitet werden, sowohl kommunikativ wie bürokratisch. Deshalb hatte ich den Faden verloren, muss(te) mich neu sortieren, vorübergehend von meiner Detailversessenheit Abstand nehmen und Abläufe umorganisieren.

Die Beiträge von Silke Nuthmann – WegImpulse – auf ihrem Blog unterstützen mich dabei, meine Gelassenheit zurückzugewinnen. Wir werden noch telefonieren …

Ich heiße den zurückkehrenden Alltag willkommen! Endlich kann ich „vernachlässigte“ Korrespondenz nachholen, die fällige E-Book-Produktion aufnehmen und mich zudem in meine ruhenden Online-Kurse versenken. Später wird auch Blog-Parade sein 🙂

Fotos: Evelyn Kuttig

Ich freue mich, wenn Sie diesen Beitrag weitersagen:

6 Gedanken zu „Wie ich meinen Büroumzug ins Homeoffice organisierte – Schlussbilanz

  1. Liebe Evelyn,
    ach soooo… und: hihi! Wie gut sich das anfühlt, wenn sich etwas, das man schlimmer erwartet hat, als etwas entpuppt, worüber man lachen kann!!!
    Das tut so gut!

    (Und trotzdem: Ich brauch immer noch Menschen, die sich gern von mir zum „Liebsten award“, Untertitel 50plus, einladen lassen wollen… Lasst uns sichtbar werden! „Laut“ über das Älterwerden nachdenken! Ich hätte dich so gern dabei gehabt!!! Wenn vielleicht jemand deiner Leser/innen Lust hat: Gerne melden!!! Sorry. War Eigenwerbung, ich weiss – aber das Projekt liegt mir echt am Herzen….)

    Und dann wünsch ich mir bald noch ein Foto von den Etelka-Fischen in deinem neuen Büro! Bin nämlich auch großer Fan von Etelka Kovacs-Koller….

    Ganz herzliche Grüße
    Maria

    1. Liebe Maria,
      ich finde Deine „Eigenwerbung“ völlig richtig platziert, denn der Link zu Deinem Blog sollte ja schon in diese Richtung schubsen.
      Mit der Hängung des Bildes von Etelka dauert es noch ein wenig, weil die angedachten Leisten sich als untauglich erwiesen haben und nun Spiegelspanner in Erwägung gezogen sind, die der Freund erst wiederfinden muss. Derzeit ist es ihm zu kalt, um in seinem Schuppen danach zu suchen 😉

  2. Liebe Evelyn,
    freut mich zu lesen, dass dir meine Blogbeiträge in Zeiten des inneren und äußeren Umordnungs-Prozesses Halt und Unterstützung geben! Und von eigenen Ansprüchen Abstand zu nehmen, da gehört ja auch was zu! Insofern ein Hoch wider die Detailversessenheit und auf eine Gelassenheit, die weiß, was du zu stemmen vermagst…
    Diese Mini-Jobber-Episode klingt filmreif. Komisch, dass sich so etwas nicht leichter regeln lässt.
    Freu mich auf unser Telefonieren!
    Liebe Grüße
    Silke

    1. Schon ist eine Woche wie im Flug vorbeigerauscht. Ich habe Dich nicht vergessen, liebe Silke! Heute ist allerdings das absolute E-Mail-Desaster mit Arcor ausgebrochen – bis hin zum gesperrten Account. Irgendwie nimmt es mit den kleinen Katastrophen kein Ende. Geht das eigentlich allen so? … Ich melde mich trotz alledem recht bald und freue mich genauso wie Du auf unser Kennenlernen am Telefon 🙂

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