Stephanie Hanel war auf Spurensuche und entstanden ist eine Foto-Collage
Teil 1: Aller Anfang ist … ja, wie eigentlich?
Künstlerische Spurensuche
Ich kann es gar nicht fassen – sechs Jahre ist es nun her, dass ich auf Evelyn Kuttigs Blog meinen letzten Bericht aus der Textwerkstatt beendete. Mit der vagen Andeutung, dass ich mich bald mit inspirierenden Künstlerinnen im Zusammenhang mit New York beschäftigen würde. Tatsächlich hatte ich da gerade ein erstes Exposé an meinen Lieblingsverlag AvivA in Berlin geschickt.
Die Idee dafür wurde noch in New York geboren. Ich war so fasziniert von meinen vielen Entdeckungen, dass ich davon träumte, sie in einem kleinen Buch zu transportieren. Am liebsten auch mit eigenen Zeichnungen. In meinem Kopf war ein kunterbuntes Fantasie-Gebilde entstanden. So schrieb ich erste Textfragmente.
Corona-Zeit in Heidelberg und vieles mehr
Mittlerweile war die Corona-Zeit angebrochen und ich froh darüber, spannende Erinnerungen an New York zu haben – genug Material, um das Hirn zu beschäftigen und sich davon abzulenken, nun in der Wohnung eingesperrt zu sein. Ich hatte wegen Corona fluchtartig meinen Coworking-Platz aufgegeben und unsere Tochter, bei der eine chronische Krankheit diagnostiziert wurde, ging nicht mehr zur Schule, sondern hatte Online-Unterricht zuhause. Immerhin war unsere Wohnung mit einem überdachten Balkon ausgestattet, auf dem ich einen kleinen Dschungel einrichtete, und der uns Luft und Sonne bescherte. Und für unsere Tochter gab es dort einen kuscheligen Liegeplatz, solange sie ihn benötigte.
Tatsächlich kam dem Buchprojekt zugute, dass es Corona-Hilfen gab – und das gleich zweimal. Aber eins nach dem anderen. Zunächst las ich einen Ausschnitt aus meinen ersten Texten vor und meine Tochter machte mit ein paar Einblendungen dazu ein Kurzvideo daraus, mit dem ich mich beim Kulturamt der Stadt Heidelberg um eine einmalige Förderung bewerben konnte. Auf diese Möglichkeit hatte mich meine BücherFrauen-Kollegin und Freundin Jana Stahl aufmerksam gemacht. Das Kulturamt erwarb sozusagen die Videos der beteiligten Künstler*innen und durfte sie dafür auf seinen Kanälen veröffentlichen.
Der Vertrag
Sehr glücklich über diese kleine Starthilfe, sandte ich meine Probekapitel auch an meine Verlegerin, die mit meinem ersten Ansatz allerdings noch nicht glücklich war. Sie hatte recht mit ihrem Urteil, und die Kurskorrektur befreite mich von etwas, das sich so nicht hätte durchhalten lassen. Im Sommer nahm ich mir eine Schreibauszeit bei meinem Sohn in Franken. Dort schrieb ich über die Kunstwerke und Künstlerinnen, die mir am meisten unter den Nägeln brannten. Nebenbei entstanden auch wieder neue Cyanotypien – eine Fototechnik, auf die mich die Beschäftigung mit Anna Atkins’ Werken brachte, deren Arbeiten ich in New York als eine der ersten bewundern konnte. Mit dem neuen Ansatz fanden meine Verlegerin und ich besser zusammen und das Buch nahm in unserer Vorstellung eine fokussierte Gestalt an. Im Dezember 2021 durfte ich dann stolz den dazugehörigen Verlagsvertrag unterschreiben.
Ein Beitrag zum Thema „Buchherstellung“, Schwarzaufweiss Evelyn Kuttig

