Die deutsche und die chinesische Buchbranche rücken näher zusammen – Verlagsberaterin Veronika Licher im Interview

Veronika Licher, Dipl.-Informatikerin, arbeitete mehrere Jahre in Projekten der maschinellen Sprachübersetzung und studierte dann aus Faszination für Sprache und Kultur in Peking Chinesisch für den Außenhandel. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie als Lexikonredakteurin beim Bibliographischen Institut & Fa. Brockhaus, wo sie sich vielfältigen Themen widmen konnte. Ein Reiseführerprojekt China motivierte sie, ihren Blick wieder nach Osten zu wenden, ihr Wissen aufzufrischen und eine 3-monatige Fortbildung zum Thema „Wirtschaftspartner China“ zu machen. Im Jahr 2000 folgte der erste Besuch der Buchmesse in Peking im Rahmen einer Verlegerreise der Frankfurter Buchmesse – allerdings „auf eigene Kosten“, wie Veronika Licher sagt, da der Verlag eine andere Zielrichtung für sich sah. Nach dieser positiven Erfahrung machte sie sich zu einem Zeitpunkt, als die chinesische Buchbranche sich gerade wieder dem Westen öffnete, als Vermittlerin für deutsche und chinesische Verlage selbstständig.

Seither übernimmt sie Vertretungen auf den chinesischen Buchmessen, berichtet in den Branchenmedien über die Buchmärkte, vernetzt und kooperiert international und gibt ihr Wissen in Workshops, Vorträgen und als Coach weiter. Fast drei Jahre lang hatte sie eine Kolumne in einer chinesischen Fachzeitschrift, in der sie monatlich Ausgewähltes vom deutschen Buchmarkt berichtete. Und als Lektorin ist es ihr ein besonderes Anliegen, chinaspezifische Themen korrekt zu übertragen. Klein- und mittelständische Verleger aus Baden-Württemberg können von den kostengünstigen, vom Wirtschaftsministerium und dem Börsenverein geförderten Beratungen zum China-Geschäft profitieren.

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Ich lernte Veronika im BücherFrauen e.V. kennen. Von 2004 bis 2006 war sie Mitglied der Newsletter-Redaktion und schrieb Beiträge über den chinesischen Buchmarkt und die Buchmesse in Peking. Ihr jährlicher Rundbrief mit Glückwünschen zum chinesischen Neujahrsfest, in dessen Verteilerkreis sie mich zehn Jahre danach aufnahm – eine passende Fügung –, brachte uns wieder in Kontakt: „… In Peking wird Karneval gefeiert … und bei uns das chinesische Neujahr …“ So begann am 8. Februar das Jahr des Feueraffen.

Am 30. April 2016 interviewte die Sinologin Sabine Hieronymus Veronika Licher zu dem breiten Spektrum ihres beruflichen Engagements, nachdem diese sie 2015 zum ersten Mal selbst zu einem Besuch der Pekinger Buchmesse motiviert hatte. Veronika Licher erzählt von ihrem beruflichen Werdegang und anschließend sehr kurzweilig über ihre Erfahrungen im Umgang mit kulturellen Unterschieden, in der Projektarbeit zwischen Deutschland und China und von ihrem vielseitigen Einsatz auf den chinesischen Buchmessen.

Fotos und Video © Veronika Licher, Verlagsberatung

Ein Beitrag zum Thema „Buchherstellung“, Evelyn Kuttig

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