Meine Abenteuer mit Büchern, 3: Chinesische Transvestiten

ZitherEs geht noch immer um das Buch „Chinesische Transvestiten“ – vielleicht muß ein Buch mit einem solchen Titel ja die Abenteuer anlocken, was weiß denn ich? Da hab ich nun in Pearses Haus in Rosmuc damit geglänzt und mich bewundern lassen, weil ich den Volkskundler Heinrich Becker gekannt habe (der mit den Chinesischen Transvestiten nicht das Geringste zu tun hatte), und als meine Geschichte aus diesem Buch nun ins Norwegische übersetzt wurde, dachte ich mir nichts Böses, sondern habe mich nur gefreut. Erschienen ist meine Erzählung, die von der irischen höfischen Musik des Mittelalters handelt, in der Zeitschrift des Norwegischen Volkskundeverbandes, und wenn mich etwas glücklich macht, als studierte Volkskundlerin, dann ja wohl sowas. Als die Zeitschrift dann kam, las ich und freute mich noch viel mehr und fand meine Geschichte auch auf Norwegisch sehr schön. Richtig hingeschaut habe ich peinlicherweise nicht. Aber es wäre ja auch zu spät gewesen, sie war ja schon gedruckt.

Aber der Reihe nach. Vor einigen Tagen in Melsomvik an der Mündung des Oslofjords, in einem wunderschön gelegenen Tagungszentrum. Da sitz ich nun und rede kluges Zeug übers Übersetzen und will meine eigene ins Norwegische übersetzte Geschichte lesen, sozusagen als Krönung des Ganzen und um von der Theorie wegzukommen.

In meiner Geschichte spielt ein Zitherspieler die Hauptrolle, nicht vergessen, wir befinden uns im irischen Mittelalter und hören höfische Musik. Ich lese also fröhlich drauflos – und gerate ins Stocken. Die Zither wird, logisch, oft erwähnt in der Geschichte, und die norwegische Übersetzerin (die ich nicht persönlich kenne und über die ich wirklich kein böses Wort sagen will) hat gewissenhaft an jeder Stelle statt „Zither“ – also auf Norwegisch – „Sitar“ geschrieben – ebenfalls auf Norwegisch natürlich. Eine Sitar im irischen Mittelalter! Wundert es irgendwen, dass ich nur noch gestottert habe und meine Geschichte plötzlich gar keine Krönung des Vortrages mehr war? Ist das nun ein Beispiel von „Hochmut kommt vor dem Fall“? Keine Ahnung. Aber jedenfalls scheint es anzudeuten, daß ich mit diesem Buch noch einiges erleben werde.

Der norwegische Beitrag aus der Folkeminner.

Foto Wikimedia: von Soinuenea – Herri Musikaren Txokoa

Ein Gastbeitrag zum Thema „Buchherstellung“, Evelyn Kuttig

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